Kurz gesagt: Auch nach einem Tarifwechsel steigen die Beiträge weiter. Wer die monatliche Ersparnis regelmäßig zurücklegt, baut eine Reserve für höhere Beiträge im Ruhestand auf. Wie Sie das Geld anlegen, sollten Sie mit einer unabhängigen Finanzberatung klären.
Dieser Ratgeber ist keine Anlage- oder Finanzberatung. PKV-Lotse empfiehlt keine Geldanlagen und keine Finanzprodukte.
Auch der neue Tarif wird teurer
Ein Tarifwechsel nach § 204 VVG senkt den Beitrag, setzt die Kostenentwicklung aber nicht außer Kraft. Medizinischer Fortschritt und steigende Leistungsausgaben führen auch im neuen Tarif zu Beitragsanpassungen.
Spätere Folgeumstellungen können den Anstieg bremsen. Mit höheren Beiträgen im Ruhestand sollten Sie trotzdem rechnen. Dann fällt bei Angestellten der Arbeitgeberzuschuss weg, und das Einkommen ist meist niedriger.
Die Idee: Ersparnis als Rücklage
Nach dem Wechsel zahlen Sie jeden Monat weniger als vorher. An Ihren laufenden Ausgaben haben Sie sich aber auf den alten Beitrag eingestellt. Diese Differenz lässt sich regelmäßig zurücklegen, ohne dass sich Ihr Lebensstandard ändert.
So entsteht über die Jahre eine Rücklage, die Sie im Ruhestand für die PKV-Beiträge nutzen können. Das schafft Sicherheit, falls die Beiträge stärker steigen als erwartet.
- Die Ersparnis von Anfang an getrennt vom Girokonto zurücklegen.
- Einen festen monatlichen Betrag wählen, etwa die Differenz zwischen altem und neuem Beitrag.
- Die Rücklage ausdrücklich für Krankenversicherung und Gesundheit im Alter vorsehen.
- In Abständen prüfen, ob die Höhe noch zu Ihrer Lage passt.
Ein einfaches Rechenbild
Fiktives Beispiel ohne Zinsen, Erträge, Steuern und Inflation. Es zeigt nur die Größenordnung und ist keine Prognose.
Angenommen, Ihr Beitrag sinkt durch den Wechsel um 150 € im Monat und Sie legen diesen Betrag 15 Jahre lang zurück. Dann haben Sie zu Rentenbeginn 27.000 € angespart.
Steigt Ihr Beitrag im Ruhestand später um 200 € im Monat, reicht diese Summe allein rechnerisch für gut elf Jahre, um den Anstieg auszugleichen. Wie viel Sie tatsächlich sparen und wie sich die Beiträge entwickeln, lässt sich vorher nicht sicher sagen. Das Beispiel zeigt aber, dass schon regelmäßige kleine Beträge über viele Jahre spürbar werden.
Sie möchten wissen, was das für Ihren Vertrag bedeutet? Tarif kostenlos prüfen lassen →
Für wen das besonders sinnvoll ist
Am meisten Zeit zum Ansparen haben Versicherte, die noch viele Jahre bis zur Rente vor sich haben. Für Angestellte ist zu bedenken, dass ihnen nach dem Wechsel wegen des Arbeitgeberzuschusses meist nur ein Teil der Ersparnis selbst bleibt.
Wer schon in Rente ist, nutzt die Ersparnis oft direkt, um das monatliche Budget zu entlasten. Auch das ist ein legitimes Ziel. Mehr dazu unter PKV für Rentner.
Rücklage oder Beitragsentlastungstarif?
Viele Versicherer bieten einen Beitragsentlastungstarif an. Sie zahlen heute einen Zusatzbeitrag, und ab einem vereinbarten Alter sinkt Ihr Beitrag um einen festen Betrag. Der Beitragsanteil ist in der Regel als Sonderausgabe absetzbar, Einzelheiten unter Steuern sparen mit der PKV.
| Eigene Rücklage | Beitragsentlastungstarif | |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | Frei verfügbar | Fest an den Vertrag gebunden |
| Wirkung im Alter | Nach Ihrer Entscheidung | Fester Entlastungsbetrag |
| Steuer | Je nach Anlageform | Meist als Sonderausgabe absetzbar |
Welcher Weg besser passt, hängt von Ihren Zielen und Ihrer Lage ab. Beides lässt sich auch kombinieren.
„Der PKV Lotse hat meine Krankenkassenbeitrag um ca. 90,00 € gesenkt. Was mir besonders gefallen hat, ist der sehr genaue Vergleich meiner aktuellen und der neuen Versicherung.“
Unabhängig beraten lassen
Wie Sie eine Rücklage anlegen, ist eine Frage der Finanzplanung. Dazu gehören Ihr Vermögen, Ihre Altersvorsorge und Ihre Risikobereitschaft. Wir beraten dazu nicht. Unabhängige Ansprechpartner sind zum Beispiel die Verbraucherzentralen oder eine Finanzberatung gegen Honorar.
Unsere Aufgabe ist der erste Schritt: herauszufinden, ob und wie stark Ihr Beitrag durch einen Tarifwechsel sinken kann. Kostenlos prüfen lassen
Häufige Fragen
Muss ich die Ersparnis anlegen?
Nein. Es ist Ihr Geld, und Sie entscheiden frei darüber. Die Idee ist nur ein Vorschlag, damit der Beitrag auch im Ruhestand gut tragbar bleibt.
Wie sollte ich die Ersparnis anlegen?
Dazu beraten wir nicht. Welche Form der Rücklage zu Ihnen passt, hängt von Ihrer gesamten finanziellen Lage ab. Lassen Sie sich dazu unabhängig beraten, zum Beispiel von einer Verbraucherzentrale oder einer Honorar-Finanzberatung.
Ist der Beitragsentlastungstarif eine Alternative?
Er verfolgt dasselbe Ziel auf anderem Weg: Sie zahlen heute mehr, damit der Beitrag im Alter sinkt. Der Beitragsanteil ist meist steuerlich absetzbar, dafür ist das Geld fest gebunden. Beide Wege lassen sich auch kombinieren.